Creative Crowdsourcing selber nutzen

Creative CrowdsourcingPortale wie www.12designer.com bieten Kunden schnellen Zugang zu individuellem Design und Designern neue Möglichkeiten der Auftragsgewinnung.
Portale auf denen Kreativdienstleistungen als Wettbewerb ausgeschrieben werden, etablieren sich und erfreuen sich an wachsendem Zuspruch. Nachdem die englischsprachigen Portale 99designs und Crowdspring gezeigt haben, dass das Prinzip des Crowdsourcing für kreative Dienstleistungen angenommen wird und grundsätzlich funktioniert, sind in den letzten Monaten auch in Europa und speziell in Deutschland gleich eine Hand voll Portale für Design-Wettbewerbe ins Netz gegangen. Die Bekanntesten in Deutschland sind jovoto, designenlassen und 12designer.
Irgendwas muss also dran sein an dem Geschäftsmodell, welches Kunden die Möglichkeit gibt, ihre Designaufgaben online als Designwettbewerbe auszuschreiben – und zwar sowohl für Kunden, als auch für die fast 8000 Kreativen, die allein auf den drei größten deutschen Plattformen registriert sind.
Was ist Creative Crowdsourcing?
Der Begriff Crowdsourcing stammt von Jeff Howe und ist erst 2007 von ihm geprägt worden. Die Wortneuschöpfung Crowdsourcing verbindet die Begriffe Crowd und Outsourcing und einfach gesagt geht es genau darum: Outsourcing von Dienstleistungen an eine Crowd. Beliebtes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Wikipedia – dort wird von einer großen Anzahl Nutzer die Dienstleistung erbracht, das Online-Lexikon zu pflegen. Bei Creative Crowdsourcing geht es entsprechend um kreative Dienstleistungen – in diesem Fall um Design. Am Beispiel von 12designer.com will ich das Prinzip hier kurz vorstellen und zur Diskussion über das für und wider des neuen Dienstleistungsangebots aufrufen.
So funktioniert´s bei 12designer: Logo, Flyer, Webdesign – Auftraggeber und Designer kommen im Rahmen konkreter Design-Wettbewerbe zusammen

Das Berliner Startup www.12designer.com ist seit März 2009 online und konnte in der kurzen Zeit bereits Kunden wie die Postbank, die S-Bahn in Hamburg und betterplace.org – Deutschlands größte Corporate Social Responsibility Plattform – von Ihrem Angebot überzeugen und als Kunden gewinnen.
Vom Logo bis zur Fassade eines Firmengebäudes
1800 registrierte Kreative, davon knapp 500 aus Spanien warten auf neue Projekte die Tag für Tag auf dem Portal eingehen. Aktuell sind 32 offene Projekte ausgeschrieben in Kategorien wie Logo, Flyer und Webdesign. Aber auch Namens- und Ideenfindung kann über das Portal betrieben werden. Geschirrdesign, die Verpackungsgestaltung für ein neues Nussprodukt und die Außengestaltung eines Berliner Firmengebäudes gehören zu den exotischeren Design-Blüten, die das Portal ebenfalls hervorgebracht hat.
Der Projektablauf

Das Prinzip ist denkbar einfach: Auftraggeber erstellen ihr Briefing und legen den Preis fest, die Designer reichen Entwürfe ein und der Auftraggeber kauft das Design, welches ihm am besten gefällt. Die Vorteile liegen auf der Hand – die aufwändige Suche nach einem geeigneten Designer oder einer Agentur entfällt und man kauft nur das Design, was einem wirklich gefällt.
Der schlanke Prozess auf der Plattform eignet sich vor allem für kleinere Designaufgaben wie Logo und Co. und spart dann vor allem Zeit und Ärger (und damit Geld). Professionelles Design kommt nun auch dorthin, wo es bisher nicht verfügbar war – nämlich zu all den Menschen, die Schwierigkeiten hatten eine geeignete Agentur oder einen Freelancer vor Ort zu finden. Für geheime Vorhaben bietet das Portal „Private Projekte“ – nur der Auftraggeber hat in diesem Fall Zugriff auf die eingereichten Entwürfe. Geht es um komplexe Corporate Identity Projekte dann sind Creative-Crowdsourcing-Angebote wohl eher ungeeignet: Es fehlt der direkte Kundenkontakt und die Nähe zum Kunden und seiner Firma.
Neue Chancen oder Bedrohung für Designer?
Für Designer ist das Portal eine spannende Spielwiese einerseits und die Möglichkeit nebenher Geld zu verdienen und Kunden kennenzulernen andererseits! Ohne Akquise und langwierige Vorgespräche kann losgestaltet werden. Die Beteiligung an Projekten, die der eigene Berufsalltag nicht bietet und der Austausch und Wettbewerb mit anderen Designern sind wohl weitere Gründe für die rege Beteiligung an den Projekten mit durchschnittlich über 100 Entwürfen pro Projekt.Und das obwohl das Geschäftsmodell der Creative Crowdsourcing Plattformen in der Szene ausgesprochen kontrovers diskutiert wird. Die Angst vor Preisverfall und neuer Konkurrenz geht um. Dabei gilt hier nicht das MyHammer Prinzip, sondern das Preisgeld steht zu Wettbewerbsbeginn fest. Umgekehrt wird es allerdings von den Auftraggebern auch schon mal nach oben korrigiert, wenn die Designer in Kommentaren zum Projekt auf Branchen-Standards verweisen.

Bei 12designer sind die Profile der Designer öffentlich zugänglich. Angemeldete Designern haben also die Möglichkeit das Portal auch für Werbung in eigener Sache zu nutzen. Auftraggeber haben die Möglichkeit, Designer gezielt zu Ihrem Projekt einzuladen und nach bestimmten Qualifikationen zu suchen.
Noch ist die Nutzung kostenlos
12designer ist das erste deutsche Portal des spanischen Investors Grupo Intercom, der im vergangenen Jahr dort zum beliebtesten Arbeitgeber Spaniens gewählt wurde. In der ersten Wachstumsphase bleibt das Portal daher vollständig gebührenfrei. Der für ein Design-Projekt vereinbarte Preis geht somit zu 100% an den Designer und dem Auftraggeber entstehen keine weiteren Kosten. Eine gute Gelegenheit also, um Creative Crowdsourcing beim nächsten Projekt mal selber auszuprobieren. Mehr Infos zu Projekten und Preisen.
Fazit
Allein die Zahl der Angebote macht es deutlich: Creative Crowdsourcing ist aus der Design-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Die Kreativ-Plattformen etablieren sich und die Zahl der Nutzer auf Seiten der Kreativen und der Auftraggeber wachsen kontinuierlich. Dabei muss umgekehrt wohl kaum befürchtet werden, dass Design nur noch auf den Wettbewerbsplattformen entsteht. Vielmehr wird die wertvolle Beratung von Agenturen oder durch erfahrene Freelancer weiterhin seinen Preis haben und seine Kunden finden.
Bei kleineren Projekten und überall dort, wo es darum geht neue Design-Stile zu finden, werden die Crowdsourcing-Plattformen jedoch sicher ihre berechtigte Nische im kreativen Dienstleistungsmarkt finden. Für Auftraggeber liegt der Nutzen klar auf der Hand, aber auch für Kreative ergeben sich durch die einfache Verfügbarkeit von Design-Aufträgen zahlreiche Chancen aus dem neuen Angebot: Gewinnung neuer Auftraggeber, Austausch und Kontakte in der Community, Leerzeiten nutzen, Teilnahme an Projekten, die der Berufsalltag sonst nicht bietet.
Kategorie: Freelancer, Web, Webdesign
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Bin mir nicht sicher ob ich sowas gut finden soll. Ich denke ein Designer kann in einem guten Team und einer Anstellung bessere Arbeiten abliefern. Solche Portale dienen zum Ideen abfischen….
Ich möchte mich meinem Vorredner anschließen. Lg